GÖRLITZ / ZGORZELEC. Wie lässt sich der Slow-Life-Ansatz als Fundament für eine nachhaltige, grenzüberschreitende Genussregion in Oberlausitz-Niederschlesien nutzen? Die Entwicklungsgesellschaft Niederschlesische Oberlausitz mbH (ENO), die Hochschule Zittau/Görlitz und der Landkreis Zgorzelec legen nun die Arbeitsergebnisse einer gemeinsamen wissenschaftlichen Analyse vor.
Die Ergebnisse basieren auf intensiven Abstimmungs- und Arbeitsprozessen mit mehr als 30 regionalen Dienstleistern auf beiden Seiten der Grenze – darunter Erzeuger, Gastronomiebetriebe, Handwerksunternehmen, Freizeitanbieter sowie touristische Akteure. Ergänzend wurden 21 bestehende internationale Genussregionen als Benchmarks analysiert. Als fundierte Basis für die künftige Genussregion wurden vier zentrale Leitwerte herausgearbeitet.
Kulinarisches Erbe im Fokus – Vier zentrale Leitwerte definiert
Im Mittelpunkt der Untersuchung stand die gezielte Schärfung des Genussbegriffs: „Genuss“ wird im Rahmen des Projekts primär als kulinarisch geprägtes Konzept definiert, das durch kulturelle, landschaftliche, historische und soziale Erlebnisse bereichert wird:
- Authentisch: Echte regionale Herkunft, gelebte Tradition und glaubwürdige Geschichten.
- Bewusst: Achtsamer, transparenter und wertschätzender Umgang mit Lebensmitteln.
- Regional: Klare Verankerung in der heimischen Wertschöpfung und kurzen Lieferketten.
- Erlebbar: Genuss als sinnliches Erlebnis vor Ort – durch Führungen, Verkostungen und Mitmachangebote.
Vom Einzelbetrieb zum grenzüberschreitenden Netzwerk
Die Analyse bescheinigt der Grenzregion Oberlausitz-Niederschlesien eine außergewöhnliche kulinarische Vielfalt, geprägt durch sorbische, böhmische, sächsische, schlesische und polnische Einflüsse.
Ein zentrales Kernergebnis der Wissenschaftler ist daher die Empfehlung, die Genussregion nicht als einzelne, starre Marke zu verstehen, sondern als grenzüberschreitendes Qualitätsnetzwerk – getragen von einer gemeinsamen digitalen B2B- und B2C-Plattform, klaren Qualitätskriterien und bilingualer Kooperation. Sie wird aktuell in einen umfassenden wissenschaftlichen Gesamtbericht überführt und stellt das strategische Fundament für die anstehende Umsetzungsphase der deutsch-polnischen Genussregion dar.
Ausblick: Vom Konzept zur Praxis
Die nun vorliegende Kurzfassung bildet einen entscheidenden Zwischenschritt im INTERREG-Projekt. Sie wird aktuell in einen umfassenden wissenschaftlichen Gesamtbericht überführt und stellt das strategische Fundament für die anstehende Umsetzungsphase der deutsch-polnischen Genussregion dar.
